Herzlich willkommen

„Das schönste Erlebnis ist die Begegnung mit dem Geheimnisvollen. Sie ist Ursprung jeder Wissenschaft.“ Albert Einstein

Wissenschaft ist faszinierend, spannend, aufregend – aber leider manchmal nur für Experten. Sicher lassen Sie, liebe Leser, sich von der tagesperiodischen vertikalen Migration der Daphnien wenig beeindrucken. Aber vielleicht finden Sie es erstaunlich, dass Wasserflöhe sich auf nächtliche Wanderschaft begeben? „Wohin wandern sie, und warum tun sie das?“, fragen Sie sich. Der Wasserfloh-Experte antwortet voraussichtlich folgendermaßen: „Um dem Fraßdruck durch Prädatoren auszuweichen, halten sich Daphnien tagsüber im Hypolimnion auf, wo sie von zooplanktivoren Fischen visuell nicht wahrgenommen werden können. Nachts wandern sie ins Epilimnion, um Nahrung aufzunehmen.“

Es ist wohl offensichtlich – der Experte spricht eine andere Sprache als Sie selbst. Ein Dolmetscher

 

muss her! Die Antwort auf Ihre Frage könnte auch so aussehen: „Wasserflöhe haben ein Problem: Sie sind ein unwiderstehlicher Leckerbissen für Plötze, Blei und Co. Deshalb gehen sie den Fischen tagsüber aus dem Weg und halten sich in tiefen, dunklen Wasserschichten auf. Aber dort ist es ungemütlich kalt, und es gibt nichts zu fressen. Wasserflöhe ernähren sich von Algen. Die gibt es wiederum nur dort, wo genügend Licht ist, also in den oberen Wasserschichten. Die Lösung heißt daher: am Tag unten, in der Nacht oben.“
Das Dolmetschen, das Brückenbauen zwischen Wissenschaft und Ihnen als Lesern – das ist meine Aufgabe als Wissenschaftsjournalistin. In diesem Sinne – bleiben Sie neugierig!

Ihre Heike Kampe